Donnerstag, 23. Juli 2015

Ein Rückblick: mein erstes genähtes Kleidungsstück

Sommerzeit, Ferienzeit: Schule zu, Kita zu. Und damit bleiben auch die Nähmaschinen unter ihren Hauben versteckt.
Das Kleinvolk genießt die freien Wochen und unseren Urlaub an der Nordsee. Auch wenn wir ihn in diesem Sommer ohne Papa verbringen, da er sich für drei Wochen (ja genau in den Ferien!!!) nach China verabschiedet hat. Naja, wir machen das Beste daraus, genießen die Tage am Strand.

Damit der Blog hier nicht ganz vereinsamt, habe ich etwas ganz Besonderes dabei. Ich war doch überaus erstaunt, als mir diese Schürze in die Hände gefallen ist, den sie ist das erste Kleidungsstück, das ich mit einer Nähmaschine genäht habe - damals als die Handys noch gelb waren und an jeder Straßenecke standen!

Bei genauerem Betrachten finden sich so einige schiefe Nähte, aber im Alter von 10 Jahren ohne Näherfahrung schon ganz ordentlich. Wer hätte damals gedacht, dass ich mir mal den Tisch mit drei Nähmaschinen vollstelle, die Schränke mit Stoffen und Zubehör überquellen. Und ich soviel Spass am Nähen haben werde, dass ich sogar Selbstgenähtes verkaufe.

Ganz im Gegenteil: ich mochte den Handarbeitsunterricht im Gymnasium erst mal gar nicht: denn es widersprach meinem damals schon vorhandenen Sinn für Gleichbehandlung. Schließlich hatten die Jungs zwei Freistunden und die Mädchen MUSSTEN zum Handarbeitsunterricht. Heute unvorstellbar. Im Jahr 1982 aber ganz normal. Zumal in der Provinz.
Ab der 7. Klasse war der Unterricht dann freiwillig (nachmittags als AG, hieß damals aber noch nicht so). Da wollte ich dann weitermachen. Die Ungleichbehandlung hat also zumindest nicht dauerhaft abgeschreckt.

Hier also das gute Stück.




Inzwischen ist die Schürze in der Kinderküche gelandet und erfreut sich nun reger Nutzung durch das Kleinvolk.

Liebe Grüße, Birgit

Verlinkt auf RUMS, CrealopeeMeertje, Herzensangelegenheiten, Creadienstag und Lieblingsstücke4me.

Kommentare:

  1. Liebe Birgit,

    bei uns hatten die Jungs in der Zeit "werken", aber es wäre unvorstellbar gewesen, als Mädchen dort mitzumachen oder - noch schlimmer - als Junge bei "Handarbeit".
    Ich habe zu der Zeit auch eine Schürze genäht, auch in rot-weiß. Ich bekam dafür eine 3, das weiß ich noch.

    LG
    Heike

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  2. Hallo, das ist ja toll! Leider haben mir der Zwangshandarbeitsunterricht (den gab es auch bei mir) und die dementsprechend motivierten Lehrerinnen das Handarbeiten so gründlich vergällt (Makrameeampeln, zu kleine Handschuhe die so sein mussten und und und ...), dass ich schon aus Protest leider lange Zeit meines Lebens (30 Jahre?) keinerlei Ambitionen hatte zu Handarbeiten, obwohl ich das als Kind so unheimlich gern getan habe. Wie schade um die Zeit ... Da hast du ja eine tolle Erinnung und zum Glück dich nicht abschrecken lassen! LG Ingrid

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  3. Hi hi, da geht's wohl vielen ähnlich. In der Schule war der Unterfaden mein Feind - wie froh bin ich, dass ich mit den Nähmaschinen Frieden geschlossen habe (naja, außer wenn meine Coverlock zickt...).
    Und Birgit, lass dir von deinem Mann UNBEDINGT ein paar Schätzchen aus China mitbringen!!!!
    glg, Nicole

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